During the black lives matter protest in Bristol, the Edward Colston statue is pulled down by protesters. Shortly after this, the Edward Colston statue was rolled towards the Bristol harbour and pushed in by Pero's Bridge. Urheber/in: Sam Gillies @bestofbristol. All rights reserved.

Tagung

Freitag, 21. Oktober 2022 – Samstag, 22. Oktober 2022 In meinem Kalender speichern

Tagung

Dekolonisierung

Postimperiale Perspektiven einer globalisierten Welt

Katholische Akademie Freiburg und Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Africa Centre for Transregional Research (ACT), dem Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung der Universität Freiburg (ABI) und dem Institut für Soziologie der Universität Freiburg


Mit dem Begriff »Dekolonisierung« wird die Gesamtheit der Ablösungsprozesse von kolonialer Herrschaft angesprochen. In diese Prozesse sind die früheren (und gegenwärtigen) Kolonialmächte ebenso involviert wie die Länder und Gebiete, die kolonialer Herrschaft unterworfen waren und sind. Dass es sich hierbei um eine unabgeschlossene Aufgabe handelt, ist eine der Annahmen, von denen unsere Tagung ausgeht.

Der Skandal des Kolonialismus ist in vielerlei Hinsicht noch nicht gänzlich begriffen. Dabei wäre die vollständige Anerkennung kolonialer Verbrechen und die gründliche Analyse der Geisteshaltungen, die diesen zu Grunde lagen, eine wichtige Voraussetzung für die so oft beschworenen »neuen Partnerschaften« zwischen den Ländern, die als Unterdrücker oder als Unterdrückte Teil kolonialer Systeme waren. Denn koloniale Strukturen sind persistent und wirken fort in globalen Asymmetrien, die die gegenwärtige Weltwirtschaftsordnung und den Zugriff auf die natürlichen Ressourcen prägen. Nur mühsam lernen wir in Europa, dekoloniale und postimperiale Perspektiven einzunehmen und uns von den eingeübten eurozentrischen Perspektiven zu lösen. »Perspektivenwechsel« ist deshalb eine leitende Überschrift für unsere Tagung, die – nicht nur aus aktuellem Anlass – das Thema der Dekolonisierung auch im Hinblick auf die Länder Mittel- und Osteuropas diskutiert.

Wir laden Sie zu den Vorträgen und Gesprächen dieser Tagung herzlich ein und freuen uns auf Ihren Besuch – präsent in der Akademie, oder online im Live-Stream!

Prof. Dr. Manuela Boatcă - Institut für Soziologie der Universität Freiburg

Dr. habil. Andreas Baumer - Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Josef Mackert - Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg

Prof. Dr. Andreas Mehler - Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung


Programm
 

Freitag, 21. Oktober 2022

16.30 Uhr
Ankommen bei Kaffee und Tee

17 Uhr
Begrüßung und Einführung

  • Rainer Leweling (Vorsitzender der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg) 
  • Josef Mackert (Studienleiter Katholische Akademie Freiburg)

17.15 Uhr
Eröffnungsvortrag | Neue Beziehungsethik. Versuch über eine dekolonisierte Zukunft

  • Dr. Mahret Ifeoma Kupka (Kulturwissenschaftlerin, Museum angewandte Kunst, Frankfurt)

18 Uhr
Nachfragen

18.30 Uhr
Abendimbiss


PERSPEKTIVENWECHSEL: AFRIKA

19.30 Uhr
Lesung und Gespräch | „Wir Herrenmenschen“

mit: Bartholomäus Grill (Publizist, Kapstadt)

sowie: 

  • Prof. Dr. Albert Gouaffo (Literaturwissenschaftler)
  • Dr. Mahret Ifeoma Kupka 
  • Prof. Dr. Andreas Mehler (Politikwissenschaftler, Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung, Freiburg)

21.30 Uhr
Ausklang bei Gesprächen, Wein und Brot
 


Samstag, 22. Oktober

9.00 Uhr
Ankommen bei Kaffee und Tee

9.15 Uhr
Begrüßung und Einführung

  • Josef Mackert (Katholische Akademie)


PERSPEKTIVENWECHSEL: KULTURELLE PRAXIS

9.30 Uhr
Vortrag | Zum Umgang mit dem kolonialen Erbe am Beispiel des Linden-Museums

  • Prof. Dr. Inès de Castro (Direktorin Linden-Museum, Stuttgart)

10.15 Uhr
Kaffee- und Teepause

10.30 Uhr
Vortrag | Kolonialismus, Kanonenboote, Kunst und Kuratoren. Was tun mit den geraubten Schätzen der Südsee?

  • Prof. Dr. Götz Aly (Historiker und Publizist, Berlin)

11.15 Uhr
Podiumsdiskussion

mit:

  • Prof. Dr. Götz Aly
  • Prof. Dr. Inès de Castro
  • Prof. Dr. Albert Gouaffo
  • Dr. Mahret Ifeoma Kupka 
  • Dr. Heiko Wegmann (Historiker, Freiburg)

13.00 Uhr
Mittagessen


PERSPEKTIVENWECHSEL: MITTEL- UND OSTEUROPA 

14. 30 Uhr
Vortrag | Ungleiche Europas

  • Prof. Dr. Manuela Boatcă (Soziologin, Universität Freiburg)

15.15 Uhr
Nachfragen

15.30 Uhr
Kaffee- und Teepause

16.00 Uhr
Gespräch | “Offene Wunden Osteuropas“

mit:

  • Prof. Dr. Manuela Boatcă
  • Dr. Franziska Davies (Historikerin, Ludwig-Maximilians-Universität, München)
  • Nataliya Pryhornytska (Politikwissenschaftlerin, Aktivistin, Berlin)
  • Rebecca Harms (Europapolitikerin, Bündnis 90/Die Grünen) - angefragt
  • Studierenden der Universität Freiburg

18.30 Uhr
Abendessen und Ausklang



Ort: Freiburg, Katholische Akademie, Winterestraße 1 oder online

Anmeldung auf der Homepage der Katholischen Akademie bis 14. Oktober 2022


Mitwirkende

Prof. Dr. Götz Aly veröffentlichte 2021 die Studie »Das Prachtboot. Wie Deutsche die Kunstschätze der Südsee raubten«. Er ist Politikwissenschaftler, Historiker und Journalist. Für seine Bücher über den Antisemitismus und die nationalsozialistischenVerbrechen wurde er u.a. mit dem Heinrich-Mann- und dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet.

Dr. habil. Andreas Baumer ist Geschäftsführer der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Prof. Dr. Manuela Boatcă lehrt am Institut für Soziologie der Universität Freiburg. Sie arbeitet im internationalenForschungsnetzwerk »Postcolonial Hierarchies in Peace an Conflict« in Zusammenarbeit mit dem Arnold-Bergstraesser-lnstitut und ist eine der Koordinatoren der multidisziplinäre Initiative »De/coloniality Now« - an der Universität Freiburg.

Prof. Dr. lnes de Castro ist seit 2010 Direktorin des Linden-Museums in Stuttgart. Sie ist Expertin für Provenienzforschung. 2021 verantwortete sie die Ausstellung »Schwieriges Erbe. Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus«.

Dr. Franziska Davies arbeitet als Historikerin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Zusammen mit Dr. Katja Makhotina veröffentlichte sie im April das Buch »Offene Wunden Osteuropas. Reisen zu Erinnerungsorten des Zweiten Weltkriegs«.

Prof. Dr. Albert Gouaffo lehrt an der Universite de Dschang (Kamerun) deutsche Literatur und Kultur. Zu seinen Forschungsbereichen gehören (Post)Colonial studies sowie Theorie und Praxis der Interkulturellen Kommunikation.

Bartholomäus Grill war lange Redakteur und Afrika-Korrespondent u.a. bei »DIE ZEIT« und »Der Spiegel«. Von 2005 bis 2009gehörte Grill zum Beraterkreis für Afrika von Bundespräsident Horst Köhler. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Preise. Er lebt in Kapstadt.

Rebecca Harms war bis 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments. Dort u. a. Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz (Grüne/EFA) und Vorsitzende von EURO-NEST, einer parlamentarischen Versammlung von Abgeordneten des Europäischen Parlaments und aus den Staaten der Östlichen Partnerschaft.

Dr. Mahret lfeoma Kupka arbeitet als Kunstwissenschaftlerin, freie Autorin und seit 2013 Senior Kuratorin am MuseumAngewandte Kunst in Frankfurt am Main. In ihren Ausstellungen, Vorträgen, Texten und interdisziplinären Projekten befasst sie sich mit den Themen Rassismus, Erinnerungskultur, Repräsentation und der Dekolonisierung von Kunst- und Kulturpraxis in Europa undauf dem afrikanischen Kontinent. Sie ist u.a. im Beirat der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. sowie Gründungsmitglied der Neuen Deutschen Museumsmacher*innen.

Rainer Leweling ist Vorsitzender der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg.

Josef Mackert ist Studienleiter für Zukunftsfragen der Gesellschaft an der Katholische Akademie in Freiburg.

Prof. Dr. Andreas Mehler ist Politikwissenschaftler und Afrika-Experte. Seit Oktober 2015 leitet Mehler das Arnold-Bergstraesser-lnstitut für kulturwissenschaftliche Forschung und ist Professor für Entwicklungstheorien und Entwicklungspolitik amPolitikwissenschaftlichen Seminar der Universität Freiburg. Zuvor war er Direktor des GIGA Instituts für Afrikastudien in Hamburg. Er ist Chairman im Board of Directors des Africa Centre for Transregional Resaerch (ACI) in Freiburg. Seit dessen Gründung gehört er dem Afrika-Gesprächskreis des Auswärtigen Amt an.

Nataliya Pryhornytska ist Politikwissenschaftlerin und Aktivistin. Sie ist stellvertretende Vorsitzende der Initiative für Wissensaustausch, Empowerment und Kultur e.V. (IWEK e.V.) und Mitbegründerin der Allianz Ukrainischer Organisationen. NataliyaPryhornytska lebt in Berlin.

Dr. Heiko Wegmann ist freier Historiker und Sozialwissenschaftler. 2005 gründete er das Forschungs­ und Bildungsprojekt »Freiburgpostkolonial«. Er ist u.a. Mitautor der vom Stadtarchiv Freiburg herausgegebenen Studie »Freiburg und der Kolonialismus. Vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus«. Außerdem war er Co-Kurator der Stuttgarter Ausstellung »Schwieriges Erbe. Linden-Museum und Württemberg im Kolonialismus«. Neben der Kolonialgeschichte forscht er auch zur regionalen NS­ Geschichte.

Weitere Informationen

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühren
Präsenz 40.-€, ermäßigt 5.-€ | Online 15.-€, ermäßigt 5.-€