DOK.horizonte Preis

Seit 2016 stiftet die Petra-Kelly-Stiftung den DOK.horizonte. Der Preis geht an politische Filme, die aus Ländern im Umbruch kommen bzw. die jeweilige Situation vor Ort schildern. Hier finden Sie Informationen zu den Filme, die seit 2016 den Preis gewonnen haben.

DOK.horizonte Preisverleihung 2017
Teaser Bild Untertitel
Preisverleihung 2017. Jurorin Eva Lautenschlager, Daniel Sponsel (der Festival-Leiter, der den Preis an Stelle der Regisseurin, die leider nicht nach München kommen konnte, entgegennahm) und Henriette Wägerle vom Vorstand der Petra-Kelly-Stiftung.

Aktuelle Informationen zum DOK.horizonte Preis finden Sie auf die Webseite des DOK.festes.

DOK.fest: Preisverleihung 2020

Auch dieses Jahr stiftet die Petra-Kelly-Stiftung wieder den Preis DOK.horizonte, der mit 5000 € dotiert ist. Die Filme des Wettbewerbs erzählen aus Ländern im Umbruch. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Festival Online umgestellt. Die Preisverleihung hat ebenfalls Online stattgefunden. Zum Inhalt des Gewinnersfilm:

THEY CALL ME BABU

Niederlande 2019 – Regie: Sandra Beerends – Originalfassung: Indonesisch – Untertitel: Englisch

„Mama, I miss you so much,“ so beginnt ein Brief, den Alima an ihre Mutter schreibt. Sie ist eine der unzähligen Indonesierinnen, die im ehemaligen Niederländisch-Ostindien der 1940er Jahre als „Babu” oder Kindermädchen für eine niederländische Familie arbeitet. Alimas fiktive Geschichte, anhand von Archivmaterial erzählt, entfaltet sich vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs und dem Unabhängigkeitskampf in Indonesien. Ein bewegtes und bewegendes Zeitdokument und zugleich die Geschichte einer Emanzipation. Monika Haas

Englischer/Originaltitel: ZE NOEMEN ME BABOE. Autor: Sandra Beerends. Ton: Mark Glynne, Tom Bijnen. Schnitt: Ruben van der Hammen. Musik: Alex Simu. Produktion: Pieter van Huystee Film. Produzent: Pieter van Huystee. Länge: 78 min.

Biografie

Die Niederländerin Sandra Beerends ist Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin von Spiel- und Dokumentarfilmen. Sie arbeitet für den niederländischen TV Sender NTR und betreibt eine eigene Filmproduktionsfirma namens „Beruang“. THEY CALL ME BABU ist ihre erste Arbeit als Regisseurin.


DOK.fest: Preisverleihung 2019

Zum Inhalt des Gewinnersfilm:

ESTÁ TODO BIEN

Deutschland, Venezuela 2018 – Regie: Tuki Jencquel – Originalfassung: Spanisch – Untertitel: Englisch

Venezuela steht durch seine Staatskrise seit Monaten im Fokus der Öffentlichkeit. Bilder der Demonstrationszüge und Straßenschlachten begegnen uns beinahe täglich in den Nachrichten. Die Staatskrise ist dabei schon längst zur humanitären Katastrophe geworden. Es fehlt an Ärzten, Pflegern, vor allem an grundlegenden Medikamenten und Hygieneartikeln. In einem Land, das im Chaos versinkt, nimmt ESTÁ TODO BIEN das Leben von Menschen in den Fokus, deren einziges Ziel das Überleben ist: ein Arzt, der das Land verlassen will, eine Krebspatientin, deren lebenserhaltende Medikamente nicht mehr erhältlich sind, ein selbstloser Medikamentenschmuggler, eine Apothekerin mit leeren Schränken. Im Mikrokosmos dieser Menschen sind es kleine Gesten des Mitgefühls und der Menschlichkeit, die sie weiter hoffen lassen. Pablo Bücheler

Englischer/Originaltitel: IT'S ALL GOOD. Kamera: Tuki Jencquel. Ton: Frank Gonzalez, Marco Salaverría, Thomas Becka. Schnitt: Omar Guzman. Musik: Thomas Becka. Produktion: Orinokia Filmproduktion UG. Produzent: Tuki Jencquel. Länge: 70 min. Vertrieb: MAGNETFILM GmbH. Verleih: déjà-vu film UG.

Tuki Jencquel

Geboren in Caracas, studierte der deutsch-venezolanischer Produzent und Regisseur an der NYU, der Tisch School of the Arts und an der IESA, Venezuela. Er arbeitete viele Jahre als Assistant Director in Film und Werbung.

DOK.fest: Preisverleihung 2018

DEMONS IN PARADISE von Jude Ratnam

Aus der Jurybegründung: "Dieser Debütfilm zeigt die Vielschichtigkeit von ethnischen Konflikten und Bürgerkrieg aus einer sehr persönlichen Perspektive: Der Regisseur bezog seine eigene Familie und ehemalige Nachbarn mit ein, um die Geschichte von Sri Lankas Kampf zu erzählen. Er führt uns zudem die unglaubliche Kraft der Montage vor Augen – aus dem über viele Jahre gesammelten Material entstand eine narrative Struktur, die einen erschütternden Schluss nahelegt: Gewalt ist in jedem von uns."


DOK.fest: Preisverleihung 2017

Auch in diesem Jahr stiftete die Petra-Kelly-Stiftung wieder den mit 3000 Euro dotierten VIKTOR DOK.horizonte, der an den Film "Motherland" von Ramona S. Diaz verliehen wurde. Die Jury - bestehend aus: Anna Berthollet (Koordinatorin für Festivals & Non-Theatrical Sales, Taskovski Films), Inti Cordera (Geschäftsführer, DocsMX), Eva Lautenschlager (Abteilung Film, Fernsehen und Radio, Goethe-Institut) - begründete ihre Entscheidung folgendermaßen:

"Ein Film hat uns tief berührt in seiner Annäherung an ein universelles Menschenrechtsthema, mit dem jeder sich identifizieren kann, unabhängig von Gender und kulturellem Hintergrund: Fein ausbalanciert zwischen Thema und  Dokumentarfilmtechnik, führt der Film das Publikum in einen Mikrokosmos ein, der einen umfassenderen Einblick in die philippinische Gesellschaft vermittelt und widerspiegelt, wie Familie und Tradition die Lebensbedingungen von Frauen beeinflussen. Die DOK.horizonte Jury verleiht den diesjährigen VIKTOR an MOTHERLAND von Ramona S. Díaz."

Zum Inhalt:

MOTHERLAND 
USA / Phillipinen 2017 - Regie: Ramona S. Diaz - Originalfassung: filipino / Untertitel: englisch

"Lea ist Anfang 20. Sie wusste gar nicht, dass sie Zwillinge bekommt. Erst als die junge Frau in das Dr. Jose Fabella Memorial Hospital in Manila kommt, stellt sich das heraus. So oft wie möglich muss sie ihre beiden frühgeborenen Babys in einem Tube Top an ihren Körper geschmiegt halten – „Kangaroo Mother Care“ heißt das. Die Mutter ist der Brutkasten – denn für Brutkästen hat die unterfinanzierte Klinik kein Geld. Hier gebären die Ärmsten der Armen, manchmal müssen sie sich dabei ein Bett teilen und können kaum ihre Beine ausstrecken. Doch MOTHERLAND ist keine Elendsbeschau: Ganz nah an Müttern, Krankenhauspersonal und Familienangehörigen ist der Film eine Liebeserklärung an seine Protagonisten – und gewährt gleichzeitig tiefe Einblicke in die philippinische Gesellschaft." (Julia Teichmann)

Eine "lobende Erwähnung" der Jury erhielt zudem der Film "Dead Donkeys Fear No Hyenas" von Joakim Demmer (Schweden/Finnland/Deutschland 2016).


DOK.fest: Preisverleihung 2016

Der "Horizonte"-Preis ging an den Film "A Maid for Each" von Maher Abi Samra.    
Zum Film: Erwachsene Kinder kaufen im Libanon ihren Eltern eine Hausangestellte, um das schlechte Gewissen zu entlasten. Junge Frauen aus Bangladesch oder Sri Lanka bieten ihre Dienste an und werden zur Ware. Zein ist Besitzer einer Agentur, die Dienstmädchen vermittelt. Die Kamera beobachtet die Gespräche in der Agentur, die Auswahl der Angestellten nach Alter und Religion, die üblichen Beschwerden. Die Dienstmädchen, die Opfer dieses Menschenhandels, bleiben unsichtbar.  

Aus der Jury-Begründung: "Auf beeindruckend filmische Art und Weise lässt uns der Regisseur in das internationale Geschäft mit Hausangestellten in Beirut eintauchen. Mit einer pragmatischen, geradlinigen und eleganten Filmsprache führt der Film die Grausamkeit dieses Systems vor, ohne die Opfer medial auszustellen. Die DOK.horizonte-Jury vergibt den Preis an den eindringlichen Film A MAID FOR EACH, der die Blicke der Öffentlichkeit auf die Existenz der Globalisierungsverlierer lenkt."

Außerdem erhielt der Film "Les Sauteurs" eine lobende Erwähnung der Jury.

Zum Film: Auf dem marokkanischen Berg Gurugu harren hunderte Migranten aus Subsahara-Afrika. Ihr Ziel: Sie wollen über den nahe gelegenen, riesigen Zaun in die spanische Enklave Melilla klettern. Immer wieder versuchen sie es, werden von der spanischen Polizei gestoppt und zurückgedrängt, manche verlieren ihr Leben. Abou Bakar Sidibé aus Mali lebt hier seit 14 Monaten. Er filmt sich und seine Umgebung und gibt seltene Einblicke in die Lebensrealität von Migranten an den Außengrenzen Europas.

Aus der Jury-Begründung: "Die Jury spricht die lobende Erwähnung für einen Film aus, der einen tiefen Einblick in das Leben afrikanischer Flüchtlinge gewährt – nicht von außen, sondern aus der Innenperspektive der Betroffenen. An der marokkanisch-spanischen Grenze festsitzend, fängt einer der Protagonisten mit der Kamera den alltäglichen Überlebenskampf, die Träume, Hoffnungen und Illusionen der jungen afrikanischen Migranten ein. Mal verzweifelt und desillusioniert, jedoch nie ohne Humor, ermöglicht uns diese innovative Art des Erzählens die völlige Identifikation mit den Protagonisten."